06.12. Hl. Nikolaus

06.12. Hl. Nikolaus 1

Wir feiern heute den 2. Advent und gleichzeitig ist heute der 6. Dezember, der Gedenktag eines weiteren Heiligen im Advent:

Darum möchten wir das zweite Haus öffnen.

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Bild Herder Verlag

In diesem Haus sehen wir den hl. Nikolaus.

Ihr kennt ihn alle. Hier könnt ihr jetzt eine Geschichte aus seinem Leben nachlesen oder euch vorlesen lassen. Nikolaus war Bischof in der Stadt Myra, als es eine große Hungersnot gab. Es hatte viele Monate nicht geregnet. Die Pflanzen auf den Feldern waren vertrocknet und kein Getreide gewachsen. Das ganze Korn aus den Vorratsspeichern war aufgebraucht. Da legten eines Tages fremde Schiffe im Hafen von Myra an. Sie waren schwer beladen mit Getreide. Die Seeleuchte wollten in Myra frisches Trinkwasser an Bord holen. Die hungernden Menschen liefen sofort im Hafen zusammen und bettelten um Getreide. Aber die Seeleute wollten ihnen nichts geben. Da eilten einige zu ihrem Bischof Nikolaus. Er ging mit ihnen zum Hafen und verhandelte mit den Seeleuten. Aber sie sagten: „Wir müssen das ganze Korn zu unserem Kaiser bringen. Sonst lässt er uns ins Gefängnis werfen.“

Da antwortete Bischof Nikolaus: „Ihr könnt uns ruhig Korn hierlassen. Was ihr für die hungrigen Menschen tut, das wird euch nicht zu Schaden werden. Gott selbst wird alle eure Schiffe wieder füllen, bis ihr beim Kaiser ankommt. Er war wirklich ein Wunder, dass die Seeleute sich erbarmten und anfingen, reichlich Korn auszuladen.

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Krippenbild in St. Michael in Göttingen

Der Bischof selbst verteilte es, damit jeder gleich viel bekam.

Einen Teil ließ er als Saatgut für die Felder zurück. Nun konnte Brot gebacken werden. Zuerst ließ Bischof Nikolaus an die hungrigen Kinder austeilen. So kommt es, dass noch heute in Erinnerung daran die Kinder am Nikolaustag mit allerlei Backwerk beschenkt werden. Später hörten die Leute aus Myra von Reisenden, dass auf den Schiffen der Seeleute tatsächlich kein Korn gefehlt hatte, als sie bei ihrem Kaiser ankamen.


Hier ist noch eine weitere Legende des heiligen Nikolaus:

In seinen jungen Jahren war Nikolaus natürlich noch kein Bischof. Und noch lebte er auch nicht in Myra, sondern in einer anderen Stadt. Nikolaus war damals ein reicher Mann. Von seinen Eltern hatte er viel Geld, ein großes Haus und manch anderen Besitz geerbt.

In den Sommermonaten, wenn es schön warm war, spielte sich das Leben der Menschen auf den Straßen ab. Gern spazierte Nikolaus dann umher und hörte auf das manchmal muntere, manchmal traurige, manchmal komische Stimmengewirr in den Gassen.

Doch plötzlich hört er hinter einer Mauer eine traurige Stimme. Und auch weinende Stimmen sind nicht zu überhören: “Morgen werdet ihr zu euren neuen Dienstherren gehen,” sagt eine tiefe Männerstimme. “Wie gerne würde ich euch bei mir behalten. Aber ich bin arm. Ich schaffe es nicht, genug Geld zum Leben für uns alle zu verdienen.”

Die traurige Stimme des Vaters und das Weinen der Mädchen stimmen Nikolaus nachdenklich. Kann er nicht helfen? Rasch läuft er zurück in sein Haus. Dort füllt er einen Sack mit Goldstücken. Er eilt zurück zur Gartenmauer. Er geht bis zu der Stelle, an der die Mauer ein Fenster zum Wohnhaus hat. Schnell schaut Nikolaus sich um: niemand hat ihn gesehen. Da nimmt er den Sack mit den Goldstücken und wirft ihn hinein! Bevor noch jemand aus dem Fenster schauen kann, dreht er sich um und läuft davon.

Im Haus hat der arme Vater das ungewöhnliche Geräusch am Fenster gehört. Und wie groß ist seine Überraschung, als er den aufgeplatzten Sack und die vielen Geldstücke entdeckt! Woher das Geld wohl kommt? Wer hat es durch die Fensteröffnung geworfen? Rasch schaut der Vater auf die Straße hinaus. Aber dort ist es menschenleer! Nur etwas weiter oben in der Straße, dort, wo die Häuser der Reicheren stehen, meint er eine Bewegung an der Haustüre wahrzunehmen. Dort wohnt doch der reiche junge Mann, dieser Nikolaus?! Er wendet seinen Blick wieder dem Geld zu: Ob es wirklich für ihn und seine Töchter bestimmt ist? Dann wäre er allen Kummer und alle Sorgen los! Die Frage, wer der gute Geber ist, lässt ihm keine Ruhe. Er beschließt, im Haus von Nikolaus nachzufragen. All seinen Mut nimmt er zusammen und klopft an. Der Diener führt ihn zu Nikolaus in den Garten. “Junger Herr”, spricht der Vater, und sinkt vor Nikolaus auf die Knie, “sag, bist du es, der einen Geldsack durchs Fenster in mein Haus geworfen hat? Ist es wirklich gedacht, mir und meinen Töchtern zu helfen?”

“Steh nur auf”, antwortet Nikolaus und hilft dem Mann auf die Füße. “Ich hörte zufällig von deiner Not. Es ist doch nicht schwer, von dem Vielen, was ich besitze, abzugeben. Du brauchst mir nicht zu danken. Ich freue mich mit euch, wenn es dir und deinen Töchtern gutgeht.”

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St. Nikolaus auf dem Deckengemälde in Rettenbach mit Äpfeln

Eine Möglichkeit der Andacht/ des Gebetes…vielleicht am Abend oder nach dem Vorlesen der Geschichte:

Welche guten Eigenschaften zeigt uns der hl. Nikolaus?

– Mut

– Freigiebigkeit

– Vertrauen

– Friedfertigkeit

– Hilfsbereitschaft

Der hl. Nikolaus hat uns ein Beispiel gegeben. Wir sollen auch so handeln wie er. Aber wie können wir das denn?

Wir wohnen ja schließlich nicht am Meer und bei uns gibt es auch keine direkte Hungersnot. Aber trotzdem können wir wie der hl. Nikolaus sein:

Wo können wir mutig sein?

  • Auf dem Schulhof/ im Kindergarten zu einem Kind halten, das immer geärgert wird.
  • sein Christsein bekennen, auch wenn andere darüber lachen.

Wo können wir freigiebig sein?

  • Nicht unser ganzes Taschengeld ausgeben, sondern auch etwas für arme Menschen sparen und abgeben z.B. zur Adveniat – Sammlung

Worauf können wir vertrauen?

  • Wir können auf Gottes Hilfe und Beistand vertrauen, wie der hl. Nikolaus.
  • Wir brauchen nicht alles alleine schaffen, aus eigener Kraft, sondern können Gottes Hilfe annehmen.

Wann können wir friedfertig sein?

  • Wenn wir einmal nicht auf einen Streit eingehen und stattdessen versuchen den Konflikt freundschaftlich zu lösen.

Wann können wir hilfsbereit sein?

  • Wenn wir für die kranke Nachbarin einkaufen gehen oder der Mutter bei der Hausarbeit helfen oder einem Schulkameraden die Matheaufgaben erklären.

Wir sehen:

Obwohl der hl. Nikolaus schon vor langer Zeit gestorben ist, kann uns sein Leben und Handeln etwas über unser eigenes Leben sagen.

Guter Gott! Der Heilige Nikolaus war ein Bischof, der für die Menschen da war. Er hat ihnen nicht gedroht. Er hat traurigen und mutlosen Menschen Licht und Freude in ihr Leben gebracht. Durch heilende Worte und tröstende Taten brachte er Deinen Segen in ihre Häuser.

Segne diese Menschen, die heute am Nikolausabend an diesen Heiligen erinnern und Licht, Freude und Segen zu Kindern und Erwachsen bringen wollen. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen!

So segne und begleite uns der freundliche und barmherzige Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.


Ein kleines Nikolaus – Rätsel:

  1. Was nahm der Nikolaus der Legende nach von einem Schiff und gab es   den Armen? (nroK/edierteG)
  2. Wie geht es weiter im Text? Niklaus ist ein guter Mann, dem man… (nnak neknad guneg tihcn)
  3. Welches „spurgebundene Triebfahrzeug“ steckt in dem Wort Nikolaus?  (koL eiD)
  4. Welches Tier mit vier Buchstaben steckt in dem Wort Nikolaus? (suaL eiD)
  5. Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Wie viele Tage sind es dann noch bis zum Heiligen Abend?  (egaT 81 hcon dnis sE)
  6. Für wen war das Getreide gedacht, das der Nikolaus unter den Armen verteilen ließ?  (znazyB nov resiaK ned rüF)
  7. Wie heißt die Kopfbedeckung des Hl. Nikolaus?  (artim)
  8. Der Hl. Nikolaus ist der Patron welcher Berufsgruppe? (rerhafeeS red nortapztuhcS reD)
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Bild- Quelle – Vivat